Digitalisierung in der Medizin - elektronische Patientenakte/ePA quo vadis?

Stefan Streit

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Seit 20 Jahren will die elektronische Patientenakte nicht gelingen. Man fragt sich warum? An unzureichendem KnowHow bzw. fehlender Technik liegt es nicht und an mangelndem Geld auch nicht.
Bei der Ursachensuche stößt man auf konzeptionelle, prozessuale und kommunikative NoGos. Gleichzeitig offenbart sich ein eklatanter Mangel an Softskills und an Vorstellungskraft, wie die Transformation in die Digitale Gesellschaft gelingen könnte.

Die elektronische Patientenakte ist aufgespannt zwischen dem ökonomischen EU-Konzept des Gesundheitsdatenraums (EHDS), den kleinteiligen Gesetzen aus dem Bundesgesundheitsministerium, einem folgenreichen Rechtsgutachten und einer Digitalisierungsstrategie, die allenfalls als PR-Kampagne durchgeht. Das klingt alles ziemlich öde.
Was sich die Ökonomen, die Juristen und die Politik hier ausgedacht haben, entfaltet seinen Unterhaltungswert erst, wenn es auf die Realität trifft.
Richtig zu Lachen ist das allerdings nicht, denn wir müssen dabei zuschauen, wie unsere Gesellschaft ohne Plan von einer folgenreichen Entscheidung zur nächsten stolpert. Dass es dabei um wichtige Weichenstellungen für die informationelle Gesundheit von uns allen geht, wird bisher nur von wenigen wahrgenommen. Gleichzeitig entfaltet die angeordnete Digitalisierung eine enorme soziale Tektonik. Den Menschen, den Patienten und den Ärzten, bleibt nur die Suche nach Ideen, die verhindern, dass es unsere Gesellschaft zerreißt.

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